Constanze Körner, 44, Projektkoordinatorin und ehrenamtliche Vorständin bei Lesben Leben Familie (LesLeFam)
im gespräch über unsere Forderung. "Wir fordern die Gleichstellung jeglicher Familienentwürfe"

Event

© Darja Preuß

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© Heinrich von schimmer

Information

Was hat diese Forderung mit deiner Lebenswelt zu tun?
Seit vielen Jahren setze ich mich für die Belange von Regenbogenfamilien ein. Das liegt sicherlich daran, dass ich selbst mit meiner Frau und Kindern in solch einer Familienform lebe, und wir um unsere rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung kämpfen mussten und auch weiterhin müssen. Aber auch sehr viele befreundete Regenbogenfamilien und Familien, die ich beraten habe, können Geschichten von Diskriminierungen, juristischen Kämpfen und alltäglichen Merkwürdigkeiten erzählen, die ihnen passiert sind, weil sie keine Familie mit zwei heterosexuellen Eltern sind.
Wenn wir Familien als Verantwortungsgemeinschaft denken, dann ist die gegenseitige Sorge umeinander das, was unsere Gesellschaft trägt, unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität und der Anzahl an Generationen.

An wen richtet sich deiner Meinung nach die Forderung (Politiker*innen, Community, Gesellschaft)?
Alle drei: Politiker*innen, Community und Gesellschaft befinden sich in einem ständigen Veränderungsprozess, und Veränderungen sind nicht immer leicht zu bewältigen und machen auch durchaus Angst. Einige Politiker*innen arbeiten schon seit langem daran, Familien neu zu denken und viele Familienformen haben in den letzten Jahrzehnten mehr Anerkennung bekommen, auch Regenbogenfamilien. Doch das wirkt fragil aufgrund politischer Tendenzen, die Familienvielfalt als Bedrohung der Gesellschaft ausmachen anstatt als Bereicherung. Die Gesellschaft aber lebt die Vielfalt, gerade in Berlin ist das zu erleben. Trotzdem sind auch innerhalb der Community nicht unbedingt alle davon überzeugt, dass die Vielfalt von Familienentwürfen gleichgestellt werden sollte.

Wie kann diese Forderung umgesetzt werden?
Die Forderung wird nicht einfach von einem Tag auf den anderen umgesetzt werden können. Wir befinden uns eigentlich mitten in dem Prozess. Juristisch ist das sehr komplex und Schritt für Schritt werden schon Möglichkeiten der Anerkennung von Familienvielfalt gesucht – in kleinen Schritten. Gesellschaftlich ist es einfacher, denn viele Bereiche des täglichen Lebens können Vielfalt von Familien berücksichtigen: die Bildung in Kitas und Schulen durch entsprechende Bücher und Themen, die Werbung durch entsprechende Abbildungen, am Arbeitsplatz durch Diversitykompetenz, in den Behörden in den Formularen oder in der Freizeit durch entsprechende Familientickets. Unsere Gesellschaft lebt schon Familienvielfalt, sie muss nur gezeigt und berücksichtigt werden.

Was würde es bedeuten, wenn diese Forderung erfüllt wird?
Ich vermute mehr Mut zur Vielfalt und weniger Diskriminierungserfahrungen der Einzelnen.

Termin

27.07.2018 ab 00:00 Uhr bis 00:00 Uhr

Location

Die 11 Forderungen des CSD Forums
Berliner CSD e.V., Courbierestraße, Berlin, Deutschland

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